Love? What is it?
"Für mich bitte noch nen doppelten Cappuccino! Klar ist es so, dass die pubertierende Phase der Liebe, die Verliebtheit, einem erst mal als ein Zweck dient. Ja so ne Abhängigkeit schaffen. Wenn man es in dieser berauschenden Zeit schafft, nicht mehr ohne den anderen Leben zu können, ist man dann emotional und materiell so sehr gebunden, dass man dann aus diesem Rausch voll in die Abhängigkeitsphase tritt, die sich Liebe nennt. Um dann so was wie Kinder aufzuziehen. Dieser beflügelte Zustand immer noch dann annähernd einsetzt, wenn man etwas an dem anderen entdeckt, was man so noch nicht kannte, ja. Etwas unvorhergesehenes, ne?! Ja und in dieser Phase zwischen Verliebtheit und Liebe hören auch viele Menschen auf, sich weiter zu entwickeln. Und das Gefühl ist scheinbar stark genug, ja, wenn man anfängt den anderen auszunutzen, um sich auszuruhen. Dann fängt man an weil, „Ich brauche nichts nur dich“, nicht mehr so zieht, was auch ein komplett gefährlicher Trugschluss ist, um die Verantwortung für sich selbst abzugeben und eine Sicherheit vorzutäuschen, die später dann durch Abhängigkeiten erzwungen wird. Und dann sucht man sich andere Kicks, ja, durch berufliche Erfolge und Hobbys, oder Drogen, oder man bildet sich ein, dass eine unerfüllte Liebe von damals die Antwort auf die immer grösser werdende Leere im Herzen ist. Und dieses Gefühl ist auch äusserst pflegeleicht, weil es keine reale Zeit in Anspruch nimmt und nicht durch äussere Einflüsse verändert wird. Ja, man denkt dran und bekommt sofort nen Endorphinen Schmerzcocktail verabreicht. Ganz viele Paare gehen sogar von Anfang an eine bewusste Zweckgemeinschaft ein! Sie verlieben sich in die Eigenschaften der Dinge, die sie nicht besitzen und können, das ist der Deal und dann funktioniert das wie ein Geschäft. Die sparen sich die Illusion am Anfang und legen gleich fest, was sie vom anderen erwarten und was sie zu geben haben. So dass der andere bloss nicht das Gefühl hat, ausgenutzt zu werden. Viele reden dann von Freundschaft, die es eigentlich ja nicht ist. Deshalb sind wirkliche Freundschaften ja auch so schwer zu finden, ja! Wenn man vom Wesen des Menschen fasziniert und berührt ist und wenn man aus freien Stücken mit ihnen zu tun hat, nicht nur um etwas zu bekommen. Und wenn man sich die Freiheit schenkt, sein zu können und nicht sein zu müssen. Da wäre übrigens eine Unterteilung der Bedeutung Freundschaft auch nötig, denn die meisten Freundschaften sind ja auch nur Zweckgemeinschaften. Solange man gut funktioniert, bekommt man den entsprechenden Gegenwert. Und man wird egoistisch und nimmt sich Dinge raus, weil man weiss, dass der andere das akzeptieren wird, wenn er nicht so viel zu geben hat, aber trotzdem Leistungen in Anspruch nimmt. Je erfolgreicher einer von beiden ist, desto weniger muss er den Müll rausbringen, im übertragenen Sinne gemeint. Und Frauen bekommen ihre materielle Absicherung, die viele am Ende genug befriedigt, so dass alles andere auch mit der Zeit verloren gehen kann, ohne dass es zu problematisch wird. Und Frauen glauben auch noch, dass das so in Ordnung ist, weil die Gesellschaft ihnen das immer noch vorlebt. Dafür bekommen Männer natürlich ihre Sicherheitsbasis, wo an Weihnachten der Baum brennt und die Kinder versorgt werden und immer das Bett frisch bezogen ist. Ja und die Wunden geleckt werden dann auch noch, damit er dann wieder fit ist, um für materielle Absicherung zu sorgen. Gegen Lebenskrisen gibt es Antidepressiva und Praktikantinnen. Solange diese Maschine gut läuft, ist es ok. Aber Wege, Wünsche und Menschen ändern sich und die wenigsten sind in der Lage sich zu verändern. Das bedeutet Arbeit, ja. Im Grunde muss man sich es nur wert sein, dieses scheiss Leben in Not auch allein gehen zu können. Man muss sich immer im Klaren darüber sein, denn wie kann man einen Menschen eigentlich jemals vollständig kennenlernen. Und wie kann man vor allem einen Menschen irgendwann langweilig finden, wenn er seinen eigenen Weg geht. Die meisten hören doch wirklich auf, irgendwann damit, und trotten auf dem Weg des anderen mit. Das is ja auch schön einfach, und irgendwann stehen sie dann im Schatten und wundern sich, warum sie nichts mehr zu geben haben. Und der andere zieht den Menschen mit auf seinem Weg, aus Angst vor Alleinheit und wundert sich dann irgendwann, warum der Ballast zu schwer wird. Warum sollte man Liebe dazu benutzen, um an seinen Schwächen nicht mehr arbeiten zu müssen? Weil sie der andere ausgleicht? Irgendwann ausgleichen muss? Oder irgendwann akzeptiert man sie dann? Entschuldigung, ich bin eine Frau. Entschuldigung, ich bin ein Mann. Entschuldige ich liebe dich. Man findet Dinge an jemandem toll, die man nicht hat oder kannte, aber man darf sie doch nicht von ihm erwarten. Vielmehr sollte man doch versuchen, ja, sie in sich selbst zu suchen, das ist doch die wunderbarste Motivation, jemandem nahe zu sein und die Inspiration, die ein Mensch dir schenkt. Ich glaube, dass es ist nicht sehr schwer ist, einen Menschen zu finden, mit dem man einigermassen schlafen kann, um eine solide Befriedigung zu kriegen, einen Menschen, in den man sich kurz verliebt. Und es ist auch nicht so schwer, eine Zweckgemeinschaft mit jemandem zu führen, denn Frauen und Männer sind bis zu einem gewissen Grad scheinbar genau gleich. Alles andere sich sehr selten und sehr schwer. Liebe gibt es jeden Tag neu, so viel wie Heu.“ xoxo

















